1000 Jahre Drehleier

Die deutsche Drehleier ist ein Saiteninstrument aus dem Mittelalter. Aufgrund ihres Alters und der Verbreitung gibt es große Unterschiede in der Bauweise. Zum ersten Mal schriftlich erwähnt wurde das Instrument im 10. Jahrhundert. Die ersten bekannten Zeichnungen und Bildern, auf denen eine Drehleier zu sehen ist, stammen aus dem 12 Jahrhundert.

Im 18. Jahrhundert wird die Drehleier in Frankreich salonfähig gemacht. Es werden sogar kammermusikalische Werke für die Drehleier komponiert. Viele der heute verwendeten Techniken, sowohl bei der Mechanik als auch bei der Spielwese gehen auf diese Zeit zurück. Musikwissenschaftler gehen davon aus, dass die Drehleier heute in Europa verbreiteter ist als noch vor 200 Jahren. Sie wird in Ungarn, Nordwestspanien und im zentralen Frankreich als Nationalinstrument angesehen.

Funktionsweise der Drehleier

Über eine Kurbel wird ein Rad angetrieben. Dieses Rad streicht die Saiten der Drehleier an. Die Länge der schwingenden Saiten kann mittels Tasten verkürzt werden, was eine Erhöhung des Tons zur Folge hat.

Deutsche Drehleiern haben eine oder mehrere Bordunsaiten. Dies ist die Bezeichnung der Saiten, welOperation of the hurdy-gurdyche einen unveränderten Grundton spielen. Der Dudelsack oder die deutsche Sackpfeife gehören ebenso zu den Borduninstrumenten.

Deutsche Drehleiern haben meistens auch noch einen Schnarrsteg. Dieser hebt bei einer bestimmten Schwingung der Saiten von seiner Standfläche ab und erzeugt ein kurzes Schnarrgeräusch. Somit können auch Rhythmen gespielt werden.

Im Gegensatz zu den Deutschen Drehleiern, haben die Instrumente aus Ungarn keine Bordunsaiten, die aus Spanien besitzen keinen Schnarrsteg.

Repertoire der Drehleier

Das Instrument wurde seit jeher für die Populärmusik und die Tanzmusik eingesetzt. Heute findet die Drehleier in Deutschland in den verschiedensten Musikstilen Verwendung. Vom Jazz bis zur Rockmusik kommt das interessante Instrument zum Einsatz.

In Deutschland kann man auf den beliebten Mittelaltermärkten Drehleierspieler oder ganze mittelalterliche Ensembles beim gemeinsamen Musizieren bewundern. Versäumen sie nicht einen dieser Märkte bei nächster Gelegenheit zu besuchen. Sicherlich wird auch dort ein Musiker mit einer Drehleier sein.