Der Unterschied zwischen Volksmusik und volkstümlicher Musik

Oftmals wird zwischen Volksmusik und volkstümlicher Musik unterscheiden, und bisweilen bilden sich auch zwei unversöhnliche Lager, die jeweils für sich beanspruchen, die wahre Volksmusik zu sein. Aber worin unterscheiden sich beide Musikarten? Und gibt es überhaupt einen Unterschied?

Die Volksmusik ist eigentlich die Musik, die über Jahrhunderte hinweg tradiert und gepflegt wurde. Sie ist manchmal nicht einmal aufgeschrieben, die Lieder wurden einfach von Generation zu Generation weitergegeben. Der Begriff selbst kam erst im 18. Jahrhundert mit dem beginnenden Nationalismus auf. Damals wurde auch Lieder, die wir heute als Volksmusik bezeichnen, komponiert. Meistens meinen wir bei der Volksmusik die alpenländische Volksmusik.

folk-music instrumentsAls volkstümliche Musik wird schlagerartige Musik bezeichnet, die sich aber an der Volksmusik orientiert. Künstler wie die Alpenkracher singen und spielen Songs, die sie oft selbst geschrieben haben. Dies macht man übrigens oft auch aus wirtschaftlichen Überlegungen, schließlich gibt es mehr Geld von Verwertungsgesellschaften, wenn Eigenkompositionen im Radio gespielt werden.

Dennoch ist der Übergang zwischen Volksmusik und volkstümlicher Musik oft fließend. Letztere verwendet oft genug auch alte Musikstücke und verpackt sie schlicht etwas moderner. Manche Volksmusik-Stücke stammen auch aus neuerer Zeit, sind aber eher traditionell arrangiert und klingen deshalb ursprünglicher.

Kritiker der volkstümlichen Musik sagen oft, sie sei nicht so rein wie die Volksmusik. Die Texte würden nicht die eigenen Erfahrungen und Lebensbedingungen widerspiegeln, wie das die Volksmusik oft macht. Daran ist etwas Wahres dran. Allerdings darf man nicht vergessen, dass auch die Volksmusik Geschichte und Lebensbedingungen stark verklärt hat. Immerhin hatte ihr Entstehen einen politischen Hintergrund. so wie ein Hansi Hinterseer wahrscheinlich nicht jeden Tag die Kühe auf die Alm bringt, haben auch nicht die Bauern im 18. Jahrhundert jeden Abend fröhlich zusammengesessen und sich am Sonnenuntergang erfreut. Die meisten waren schlicht müde von der Arbeit und in der Regel auch unterernährt, weil sie zu viel der Ernte an Lehnsherren und Besitzer abgeben mussten.