Die Kunst des Jodelns

Der in Marktl in Oberbayern aufgewachsene Josef Ratzinger, ja genau, der nun emeritierte Papst Benedikt XVI. behauptete einst, dass der Theologe Augustinus von Hippo das Jodeln meinte, als er über den Begriff „Jubilus“ schrieb. Hippo bezeichnete das „wortlose Singen Schreien und Rufen als auch das wortlose Ausströmen von Freude, welche so groß ist, dass es keine Worte dafür gibt“ als „Jubilus“. Wenn man diese Definition des Theologen liest, kommt das dem Jodeln wirklich sehr nahe.

Was ist Jodeln?

Wie schon oben erwähnt, ist Jodeln singen ohne Text. Einfache Lautsilben werden aneinandergereiht. Typische Jodelworte sind „Hodaro“, „Holadaittijo“ oder „Iohodraeho“. Des Weiteren zeichnet sich Jodeln durch ein mehrmaliges schnelles Umschlagen von Bruststimme auf Kopfstimme aus. Somit wird ein großer Tonumfang mit großen Intervallsprüngen erreicht.

Ursprünge des Jodelns11407148_10203333449497578_6410092966974615805_n

Es wird davon ausgegangen, dass Jodeln dazu verwendet wurde, um über große Entfernung miteinander zu kommunizieren. Hierbei wurden unterschiedliche Jodeltechniken benutzt. Es gibt Hinweise darauf, dass im heute deutschsprachigen Gebiet der Alpen schon in vorhistorischer Zeit gejodelt wurde. Es wird im Allgemeinen zwischen Almschrei, Juchzer und Viehruf unterschieden.

Als Liedform wurden Jodler ursprünglich nur als Solo praktiziert. Jodeln wird oft als Refrain oder Ausklang eines Liedes eingesetzt. In manchen Regionen der Schweiz und Österreichs wurden Jodler sogar in sakralen Chören gepflegt.

Jodeln rund um die Welt

Das Jodeln eine sehr alte Form der Kommunikation ist muss man sich nicht wundern, dass auch andere Völker, wenn auch mit teilweise anderen Techniken und Lauten, jodeln. So weiß man, dass bei vielen afrikanischen Pygmäen gejodelt wurde. Auch in Asien, vor allem in Malaysia, China und Kambodscha gibt es bei den Urvölkern verbindliche Nachweise, dass Jodeln als Kommunikationsform Gang und Gäbe war.

In Australien und vor allem in Australien ist Jodeln stark in der Countrymusik vertreten. Dies liegt aber wohl weniger an der Tradition der Ureinwohner Amerikas und Australiens, sondern ist auf die Einwanderer aus Zentraleuropa zurückzuführen.