Die Marktsackpfeife, der deutsche Dudelsack

Der Begriff Marktsackpfeife geht auf das Mittelalter zurück. Es Ist wie der Dudelsack eine Sackpfeife mit ein bis drei Bordunen. Als Bordun bezeichnet man die die Grundtöne welche dauernd erklingen und zu denen die Melodie gespielt wird. Das häufigste Erscheinungsbild ist die Marktsackpfeife mit zwei Bordunen.

Geschichte der Marktsackpfeife

Die ersten Bilddarstellungen dieses Instruments stammen aus dem Mittelalter und der Renaissance. Über die Jahrhunderte hinweg ist das Instrument jedoch in Deutschland von der Bildfläche verschwunden. Erst in den 1970ern begann man die mittelalterlichen Instrumente zu rekonstruieren. Da es keine Baupläne oder sonstige detaillierten Aufzeichnungen gab, orientierte man sich vornehmlich an Bildmaterialien. Als Stimmung legte man die Blockflöte zu Grunde.

Der Musikhistoriker Roman Streisand war maßgeblich an der Rekonstruktion beteiligt. Er wollte das Instrument so konstruieren, dass es mindestens das Volumen der schottischen „Great Highland Bagpipe“ erreicht und somit auch für ihn und sein Ensemble bei Freilichtaufführungen ohne Verstärkung nutzbar ist.

Um dies zu ermöglichen, wurde ein steilerer Konus bei der Spielpfeife verwendet. Da man um die Originaloptik bemüht war, erschuf man die Sackpfeifen mit einem Quint- und Oktavbordum im gegabelten Doppelholzstock.

Wenn man das Ergebnis der Rekonstruktionen mit den Spielpfeifen aus dem Spätmittelalter vergleicht, hört man, dass die Tonlage nicht ganz dem Original entspricht. Allerdings galt es bei den Rekonstruktionen der Marktsackpfeifen auch zu berücksichtigen, dass man ebenso die mittelalterliche Musik den modernen Hörgewohnheiten anpassen musste und somit die Sackpfeife perfekt ins Bild passt.

Aufgrund der hohen Lautstärke ist es fast nicht möglich das Instrument in einem kleinen Raum zu spielen. Zu Übungszwecken und zum Praktizieren neuer Stücke werden oft Blockflöten mit deutscher Griffweise verwendet. Eigentlich eignet sich eine Altblockflöte aufgrund derThe marktsackpfeife Griffabstände besser, diese kosten aber auch um ein Vielfaches mehr als die Sopranblockflöten.

Die Marktsackpfeife wird von vielen Mittelalterbands heutzutage verwendet. Da die meisten der rekonstruierten Instrumente in der ehemaligen DDR hergestellt wurden, wird die Marktsackpfeife etwas abfällig auch als Osthupe bezeichnet.