Die Waldzither – Ein Thüringer Original

Obwohl es der Name unweigerlich vermuten lässt, ist die Waldzither KEINE Zither, sondern gehört zur Familie der Cister, genauer gesagt der Kastenhalslauten. Der Begriff Cister stammt vom griechischen Wort „kithara“ ab. Das Zupfinstrument stammt aus dem beginnenden 19. Jahrhundert. Die ersten Aufzeichnungen stammen ausschließlich aus dem Thüringer Gebiet.

Die Instrumentenfamilie der Cistern stammt aus dem Mittelalter. Allerdings gerieten dies lautenartigen Instrumente danach fast vollkommen in Vergessenheit. Wie bereits erwähnt wurden diese Instrumente erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts langsam wiederentdeckt.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Waldzither im Rahmen der Jugendmusikbewegung immer populärer. Mit dem Erstarken des Nationalbewusstseins in den 1920er und 1930er Jahren gab es sogar Pläne, die Waldzither zum deutschen Nationalinstrument zu machen. Dies wurde aber nicht weiter gefördert, und der Beginn des zweiten Weltkriegs setzte den Plänen ohnehin ein jähes Ende.

Erst in den 1970er Jahren bekam die Waldzither durch das Aufleben der deutschen Folkmusik wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

Bauformen der Waldzither

Der Resonanzkörper der Waldzither ist wie bei einer Laute oft tropfenförmig. Der Hals ist in 17 Bünde aufgeteilt. Üblicherweise ist die Waldzither mit neun Stahlseiten beWaldzitherspannt. Diese sind doppelchörig angeordnet, wobei die tiefste Saite oftmals als Einzelseite ausgeführt ist. Als typische Stimmung wird die Waldzither entweder in C-Dur oder in D-Dur gestimmt. Manche experimentierfreudigeren Musiker stimmen das Instrument auch fünfchörig.

Zum Spielen der Waldzither verwendet man ein Plektrum. Das Instrument mit den Fingern zu spielen ist sehr unüblich. Sie kann als Melodie- oder auch als Rhythmusinstrument eingesetzt werden.

Ein Vorteil der Waldzither ist, dass die Grundakkorde sehr einfach zu greifen sind. So stellt sich auch bei Anfängern schnell ein Lernerfolg ein, was natürlich einen weiteren Motivationsschub hervorruft. Zur Änderung der Tonart kann man wie bei der Gitarre Kapodaster verwenden.

Instrumentenbauer, Sammler und Musiker treffen sich alle zwei Jahre zu einem mehrtägigen Symposium im thüringischen Suhl.