Die Zukunft der Volksmusik

Gut, wollen wir uns nichts vormachen, es gibt immer weniger Menschen, welche aktiv Volksmusik praktizieren. Die wenigen Heimatvereine klagen über mangelnden Zulauf junger Menschen, welche Spaß daran haben, die alten traditionellen Lieder zu singen, zu spielen oder deren Tänze zu erlernen.

Der Fluch des digitalen Zeitalters

In einer Zeit, in der Musik meistens nur noch konsumiert wird und nicht mehr ausgeübt, ist dies nicht verwunderlich. Die Prioritäten haben sich verschoben. Nur noch wenige wollen und können sich die Zeit nehmen, täglich ein paar Stunden ein Instrument zu spielen und dann noch zu den Proben zu gehen. Musik ist bei den meisten auf digitale Bild- und Tonträger limitiert. Noch nie war es einfacher Musik in allen Formen zu konsumieren, egal wo und egal wann.

Folk musicGerade für das Genre der Volksmusik fehlt somit der direkte Bezug auf bestimmte Ereignisse. Der passive Bezug der Volksmusik vermisst einen der wichtigsten Aspekte dieses Genres, die Kommunikation und Interaktion zwischen Menschen.

Dies betrifft natürlich nicht nur die Volksmusik, sondern fast alle Musikgenres. Es ist aber vor allem die Volksmusik, welche vom Zusammenleben und der Kommunikation, dem gemeinsamen Spielen traditioneller Melodien und Weisen lebt.

Volkstümliche Musik am Ende

Der große Boom der 1990er und 2000er ist vorbei. Auch die Volkstümliche Musik ist auf dem absteigenden Ast. Konnte man um die Jahrtausendwende fast jeden Abend im Fernsehen irgendwo eine Show mit den bekannten Gesichtern aus diesem Genre sehen, sind es heute eher saisonale Shows. Und selbst diese bedienen sich meistens dem deutschen Schlager, um das relevante Zielpublikum zu erreichen.

Wenn selbst der „Ursender“ der Volksmusik im Radio -Bayern 1- in einer Pressemitteilung mitteilt, dass Volksmusik nur noch auch dem Spartenkanal „Bayern Heimat“ gesendet wird, weiß wohl jeder, wie es um diese traditionelle Musikrichtung bestellt ist.

Der Altersdurchschnitt der Zuschauer bei der allerletzten Ausgabe der „Hitparade der Volksmusik“ lag bei über 65 Jahren. Das ist knapp 10 Jahre mehr als der Durchschnitt von ARD und ZDF.