Fredl Fesl – Volkssänger und Musiker

Fredl Fesl, der bei seinen Auftritten immer das Herz auf der Zunge trug, sagt über seine eigene Musik, es seien „bayrisch melancholische Liedl“. Seine Werke sind humorvoll und hintersinnig, spornen zum Nachdenken an und waren oftmals das Salz in den Wunden der Obrigkeiten. Dabei war es eher Zufall, dass Fesl zum Musiker wurde.

Kindheit und Jugend

Fredl Fesl kam am 7. Juli 1947 im niederbayrischen Gräfenau zur Welt. Während seiner Kindheit zogen seine Eltern des Öfteren in andere Städte um Fuß zu fassen. Er selbst beendete seine Schule in einem Schülerinternat in Ingolstadt.

Die Liebe zum Musizieren kam bei Fesl erst während seiner Zeit bei der Bundeswehr auf. Hier begann er Gitarre zu spielen. Im Laufe der Jahre erlernte er noch Tuba, Trompete und Klavier.

Beginn der Karriere

Seine Karriere begann auf den Münchner Kleinkunstbühnen. Nach eigenen Aussagen erschlich sich Fredl Fesl freien Eintritt indem er immer frühzeitig zu den Veranstaltungen ging, seine Gitarre mitbrachte und vorgab einer der Künstler zu sein. Als eines Abends ein Künstler ausfiel wurde Fesl überredet einen kurzen Auftritt zu geben.

In gewisser Hinsicht war sein Karrierebeginn also eine Art Streich a la Eulenspiegel oder auch vergleichbar mit einem Glücksspiel wie bei Gaming Club. Zumindest passt dieser Mythos hervorragend zu seinen amüsanten Texten, die Fesl mit seiner Gitarre begleitete. Außer einem Mikrophon und einem Stuhl brauchte er nicht mehr.

Seine Gastspiele auf den KleinkFredl feslunstbühnen wurden immer regelmäßiger und sein Bekanntheitsgrad wuchs über München hinaus. 1976 nahm Fesl im Münchner Theater am Fraunhofer seine erste Platte auf, welcher noch fünf weitere Folgen sollten.

Was beim Publikum noch besser ankam als seine Musik waren die langen Vorreden zu seinen Liedern bei Live-Auftritten. Seine liebenswerte Schlagfertigkeit brachte ihm auch seine eigene Fernsehshow ein. „Fredl und seine Gäste“ war eine lockere Talkrunde unter Freunden.

Karriereende

1997 wurde bei Fredl Fesl Parkinson diagnostiziert. Während es ihn anfänglich noch weniger beeinflusste, wurde es für Fesl nach der Jahrtausendwende immer schwieriger, abendfällende Gastspiele zu geben. Er beschloss 2006 auf eine Abschiedstournee zu gehen, musste diese aber aufgrund seiner Krankheit nach wenigen Tagen abbrechen.

Seit dem lebt Fesl zurückgezogen mit seiner zweiten Frau auf einem Bauernhof in Oberbayern und ist nur noch selten in Radiosendungen zu hören.